Archive for Dezember, 2010
Merry Christmas
Ich wünsche Euch allen ein wundervolles Weihnachtsfest mit lieben Menschen, stillen Momenten und schönen Gedanken.
Werde am Samstag für 16 Tage nach Japan fliegen und freue mich schon auf viele skurrile Entdeckungen dort…
Bis ganz bald,
Eure Tina
Boy George
Damals:
Vergangenen Donnerstag bei “Night of the Proms”…
Dazwischen liegen Welthits, Ruhm, einige Festnahmen, Verurteilung wegen Drogenbesitzes und Freiheitsberaubung, ziemlich viele Kilos und eine Madame Tussaud Wachsfigur. Auflegen kann er aber immer noch sensationell.
Wodka statt Pelz
“Es gibt kein falsches Wetter – nur falsche Kleidung”. Dass dieser Satz meist an den eigenen Eitelkeiten scheitert, weiss ich seit meinem Moskau-Besuch letzte Woche. Denn am sinnvollsten wäre es gewesen, den Kreml-Besuch mit Skiklamotten und einer Kopfbedeckung zu absolvieren, die nur noch die Augen zeigt. Doch nachdem ich bereits mein Schubladendenken gegenüber den Russen hatte (dazu später mehr), wollte ich nicht, dass dies umgekehrt mit mir als deutscher Touristin geschieht. Insofern startete ich mit Mütze, dicker Jacke, langer Strumpfhose aber ohne Handschuhe meinen Kreml-Rundgang.
Bei Minus 25 Grad und eisigem Wind ist es dann auch das erste Mal passiert, dass ich freiwillig Kirchensteuer bezahlt hätte, wenn dies die Voraussetzung gewesen wäre, um eine der Kathedralen im Kreml zu besichtigen um sich über die Null Grad dort zu freuen.
Im Kreml-Museum kann man in die Geschichte Russlands eintauchen. Eine sensationelle Diamantenausstellung, alte Gewänder, Throne und riesige Kutschen. Irgendwie scheinen die Russen schon immer einen Hang zum Superlativ und Pompösen gehabt zu haben. Allerdings wäre selbst in der teuersten Kutsche eine Sitzheizung goldwert gewesen. Wobei sich die russischen Transportmöglichkeiten auch heute noch ab und an als schwierig herauskristallisieren. Nachdem bei der Ankunft am Moskauer Flughafen weit und breit kein Fahrer mit entsprechendem Schild zu sehen war, kam kurz die Überlegung auf, ein Taxi am Flughafen zu nehmen. Nur gut, dass es mittlerweile Handys mit Internet gibt. Denn Taxis am Flughafen zu nehmen gehört laut meiner Google-Recherche zu den Top Ten-Sachen, die man in Moskau definitiv NICHT tun sollte. Was ein Bekannter einen Tag später übrigens bestätigt hat. Der befand sich nämlich vor paar Jahren mal in einem Moskauer Vorort, mit einer Knarre am Kopf, aber dafür 500 Euro weniger in der Tasche. Und wollte eigentlich nur vom Flughafen zum Hotel gebracht werden.
Moskauer Hotels wiederum sind sehr interessant. Auf der Suche nach den Schokoladenvorräten in der Minibar bin ich auf seltsame Sachen gestossen.
Ich weiss ja nicht, ob das so das Richtige ist, wenn man nach einem Partyabend nach Hause kommt und etwas Essbares im Kühlschrank sucht? Aber wahrscheinlich muss man es hier genauso wie bei einem typisch russischen Abendessen machen: Einfach einen Wodka dazu trinken. Während wir ja eher dazu neigen, Wodka mit diversen Beigetränken so zu mischen, dass die Marke letztendlich egal ist, trinkt der Russe seinen Wodka pur. Und nach einem leicht verächtlichen Blick, wie man denn Beluga-Wodka mit Cranberry-Saft mischen kann, habe ich dann quasi angefangen, an meiner kulturellen Integration zu arbeiten.
Irgendwie gehört Moskau zu den Städten, wo man genau weiss, was einen erwartet, und genau das bekommt man letztendlich auch. Ohne große Überraschungen, ohne Schnörkel. So wie man den Wodka trinkt, ist auch Moskau: Pur. Viele hübsche, trotz der kalten Temperaturen leicht bekleidete Russinnen im Soho Room, viel Pelz und viel Geld. Denn Moskau – so sagt man – ist die Stadt mit den meisten Millionären. So sieht es zumindest der deutsche Tourist, der in Moskau ein bisschen Spass haben möchte. Das jedoch die Russen, die ausschweifende Partys feiern und ausländische Karosserien fahren, nur einen minimalen Anteil der Bevölkerung darstellen, fällt erst auf den zweiten Blick auf. Nirgendwo ist die Kluft zwischen Arm und Reich größer als in Moskau. Im Stau, einer permanenten Begleiterscheinung des Moskauer Verkehrs, finden sie sich dann alle wieder. Der Superreiche, der sich von seinem Fahrer von Termin zu Termin kutschieren lässt und sich am Abend mit den hübschesten Frauen amüsiert und der Arbeiter, der mit seinem Lada von einem Job zum anderen fährt, um seiner Familie das Existenzminimum zu bieten.
PS: Kleiner Tipp für alle Russland-Besucher, die ebenso wie ich mit der kyrillischen Schrift zu kämpfen haben: Einfach die Buchstaben von McDonald´s vergleichen.
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