Archive for August, 2011
Zombiewalk Stockholm
Vor zwei Stunden unterwegs in Södermalm gewesen. Plötzlich komische Laute gehört und an eine Demo gedacht. Dabei hat es sich lediglich um den jährlich stattfindenden Zombiewalk gehandelt. Selten so etwas Abgefahrenes gesehen. Wer Lust hat: Am kommenden Samstag findet ein Zombiewalk in München statt.
Ohne Worte
Ich habe mich immer gefragt, wann es soweit ist, dass ich den Anschluss zur Jugend verpasst habe.
Nachdem ich dieses Video gesehen habe (zusammen mit über 31 Millionen anderen Menschen) befürchte ich, dass es JETZT soweit ist. Das Ganze gibt es übrigens auch als 10 Stunden-Version.
Ps. Vielleicht tu ich den Jugendlichen auch unrecht und es haben einfach 31 Millionen Japaner auf das Video geklickt.
Ich weiss wo Yvonne die Kuh ist..
…sie ist direkt im Sommerloch der BILD-Zeitung gelandet.

Und befindet sich damit in guter Gesellschaft von Knut dem Eisbären und Bruno dem Braunbären bis hin zu der Katze, die aussieht wie Hitler (siehe älterer Blogeintrag).
Wer es nicht weiss, aber es gerne wissen würde, sind ganz viele Deutsche, die momentan auf Wald und Wiesen Ausschau nach Yvonne halten. Aus zwei Beweggründen: Die einen wollen ganz einfach etwas von dem Geld, welches die BILD als Belohnung für das Auffinden von Yvonne ausgesetzt hat. In den anderen ist ein neuer Tierschutzgedanke entfacht. So zu lesen auf der Facebookseite “Rettet Yvonne die Kuh”. Dort sind viele der Meinung, wenn eine Kuh sich so engagiert, in Freiheit zu leben, hätte sie das auch verdient.
Schön und gut. Natürlich wäre es sensationell, wenn Yvonne letztendlich ihren wohlverdienten Feierabend auf Gut Aiderbichl verbringen könnte. Denn dort sollte sie ja auch hin. Nur doof, dass die Kuh nicht kapiert hat, dass es ihr dort noch besser gehen würde als im Wald.
Was mich aber interessieren würde, ist die Frage, wie viele Facebook-User und Yvonne-Suchbeauftrage gerade herzhaft in ihre Leberkässemmel oder ihre Wiener beissen, während sie sich darüber echauffieren, wie ein Jäger auf die Idee kommen könnte, die Kuh abzuknallen.
Ausgetrödelt

München hat heute seinen Ruf mal wieder alle Ehre gemacht. Denn scheinbar geht es nun bei den Flohmärkten in der bayerischen Landeshauptstadt noch schlimmer zu als zur Hauptstoßzeit im P1.
So passiert heute auf dem Flohmarkt im Olympiastadion. Das Motto “Trödel dich glücklich” hätte aber eher doch “Warte bis du schwarz wirst” lauten müssen.
Es ist ja verständlich, dass clevere Geschäftsleute nun mit Trödelmärkten Geld verdienen wollen. Es ist auch okay, dass man inzwischen 3 Euro Eintritt zahlen muss und der laufende Meter Standgebühr immer teurer wird. Schließlich ist Flohmarkt schick und was schick ist, kostet halt. Aber dass man inzwischen gar keinen Einlass mehr findet und am einzigen Eingang mit genau einer Kasse rund 400 Leute warten (wer die Größe des Olympiastadions kennt, weiss wie lang es überhaupt dauern kann, diesen zu finden), während jedoch überhaupt gar niemand mehr reingelassen wird, ist – und so muss man es leider sagen – unter aller Sau.
Wobei die Besucher, die einfach nur auf der Suche nach alten Vinyls oder afrikanischen Hängepuppen waren, eh noch Glück hatten. Einige Verkäufer, die im Vorfeld bereits ihre Standgebühr entrichtet hatten, durften ihre zuvor mühsam zusammengestellten Kartons mit Krimskrams wieder in den Keller tragen, da sie ebenfalls abgewiesen wurden.
Fazit: Gute Idee, miserable Umsetzung. Vielleicht sollten die Veranstalter mal die gemütlichen Flohmärkte auf dem anliegenden Olympiagelände oder der Theresienwiese besuchen (deren Gewinne übrigens dem Münchner Roten Kreuz zu Gute kommen) und das Olympiastadion einfach Robbie Williams oder U2 überlassen.
Baghwan meets Bayern
Gestern auf der Premiere von “Sommer in Orange” gewesen. Regisseur ist Markus H. Rosenmüller, der bereits mit “Wer früher stirbt, ist länger tot” mega erfolgreich war.
Kurz zum Inhalt: 1980. Eine Gruppe von Baghwan-Anhängern (Sanyasins genannt) zieht von Berlin-Kreuzberg ins bayerische Örtchen Talbichl, um dort – auf einem geerbten Bauernhof – ihre Kommune neu aufzubauen und ein Therapiezentrum zu gründen. Während die orange gekleideten Befürworter der gesellschaftlichen und sexuellen Freiheit halbnackt durch das bayerische Hinterland laufen, um dort auf dem Stein der Erleuchtung die letzte Weisheit zu erlangen, empfindet die erzkonservative, CSU-Wähler-typische Bevölkerung von Talbichl ihre neuen Dorfbewohner als Gefährdung und meint in ihnen typische RAF-Sympathisanten zu entdecken. Leidtragende dabei sind die beiden Kinder der hübschen Baghwan-Anhängerin Amrita. Während sie nicht ganz weiss, ob sie jetzt eher Mutter ist oder doch die absolute Erleuchtung suchen soll, steckt vor allem Tochter Lili in einem Konflikt, der natürlich am Ende des Films zum Eklat führen muss. Während das Mädchen in der Kommune ihre orangefarbenen Klamotten trägt und vegetarisch lebt, trägt sie in der Schule einen spiessigen Faltenrock mitsamt Rüschenbluse und beißt auch schon mal gern herzhaft in eine Leberkässemmel.
Vorab: Die Anhänger des Sexgurus Baghwan waren Anfang der achtziger Jahre keine Seltenheit und so liefen in den Großstädten einige Leute mit einem Holzanhänger herum, der das Konterfei ihres Meisters trug. Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihr Bruder Georg, der den Film produziert hat , sind gleichzeitig die realen Vorlagen der Kinder im Film. Sie selbst sind in einer Baghwan-Kommune südlich von München aufgewachsen. Der Filmstoff ist demnach weitgehend autobiographisch – und an vielen Stellen natürlich ein bisschen zugespitzt.
Nachdem selbst Hauptdarsteller Oliver Korritke, der ja gebürtiger Berliner ist, auf der Premiere zugegeben hat, dass er massive Übersetzungsprobleme vom Bayerischen ins Hochdeutsche hatte, wird es dem nicht-bayerischen Kinobesucher an einigen Stellen nicht anders ergehen. Vielleicht hat Rosenmüller auch deshalb noch wienerische und schwäbische Dialekte eingebaut. Aber genau der Mix ist es, der den Film so sympathisch macht. Und während Regisseure wie Fatih Akin und Co versuchen, Integration anhand von türkischen Immigranten darzustellen, wird in “Sommer in Orange” das Thema auf viel abstrusere, aber bis dato noch nie dagewesene Weise behandelt. Denn im Endeffekt geht es ja auch hier um die Angst vor dem Fremden, das eine Störung im bayerischen Spießeralltag darstellt. Wobei hier das Fremde aus nackten Menschen besteht, die im Garten zusammen meditieren und Om-Schreie in die Natur rausschicken. Wer jedoch denkt, das Ganze wäre eine eindimensionale Darstellung von Gut (Liberale Kommune) und Böse (die alteingesessene Landbevölkerung) liegt falsch. Denn was Rosenmüller perfekt schafft, ist zwar die anfängliche Etablierung von Schubladendenken, welches jedoch im Laufe des Films peu à peu zerstört wird. So ist die Frau des Dorf-Bürgermeisters letztendlich liberaler und toleranter als einige Baghwan-Anhänger. Und während sich die wohl sexuellste Jüngerin schlicht und einfach den netten Dorfpostboten angelt, stößt dies bei ihrer doch angeblich so offenen Wohngemeinschaft auf Abneigung.
Das wahre Highlight für mich ist aber letztendlich der Filmsoundtrack, der eigens für den Film komponiert wurde und beim letzten Zuschauer noch Emotionen weckt. Und wer hier jetzt Volksmusik erwartet, sollte sich überraschen lassen.
Nach 110 Minuten weiss man dann auch, dass wir Menschen letztendlich alle unterschiedlich und eingefahren sind, dass es jedoch immer einen Weg zur Verständigung gibt. Und wer den Abspann abwartet sieht, dass sich das Interesse für andere Kulturen sogar auf das eigene Sexualleben auswirken könnte.
Ps. Baghwan wurde Mitte der Achtziger verhaftet und ist 1990 verstorben. Seitdem gibt es kaum mehr Anhänger von ihm. Der Produzent trug auf der Premiere einen klassischen schwarzen Anzug und die Drehbuchautorin verrät in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass sie ein klassisches Familienleben einer Kommune bevorzugt.
Nach dem Hund zu Mittag eine Schildkröte als Schlüsselanhänger. Oder auch: Manchmal haben die Chinesen echt einen an der Klatsche.
Es gibt Sachen, die sind so unfassbar, dass man dazu tendiert, sie für einen makabren Scherz zu halten, bis man leider feststellen muss, dass der Mensch manchmal einfach nur grausam ist.
In China werden in U-Bahnen und Kiosken Schlüsselanhänger verkauft, in denen sich lebendige Tiere befinden. Sprich: Fisch, Schildkröte oder Echse werden mitsamt Wasser in ein Plastiksäckchen gesteckt, welches zugeschweisst wird und so den Passanten offeriert wird. Das Ganze schaut dann so aus:

Zwar erklären die Hersteller, dass die Tiere so problemlos einige Monate überleben können, doch meistens sind die Tiere aufgrund fehlender Nahrung und einem Mangel an Sauerstoff nach ein paar Tagen bereits tot.

Momentan ist die Nachfrage nach den lebendigen Accessoires riesig. Aber wie will man erwarten, dass in einem Land, in dem selbst die Menschenrechte häufig mit Füßen getreten werden, Tierschutz überhaupt existieren kann?
Verwirrung
Gerade die “Site Stats” meines Blogs betrachtet. Sprich: Was hat man bei den diversen Suchseiten eingegeben, um auf Kaiser-Schmarrn.de zu gelangen. Steht da plötzlich “onanieren in der pubertät” und ich frage mich seitdem, was ich da wohl irgendwann geschrieben habe?!
Das World Wide Web nimmt zuweilen seltsame Wege…
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