Archive for September, 2011
Wäre es nicht der Ernst, wäre es zumindest lustig.

Aufgrund der aktuellen Berlin-Wahlen habe ich mir heute zum ersten Mal das Wahlprogramm der Piratenpartei angeschaut. Unabhängig davon, dass man darüber diskutieren kann, ob wirklich jeder das Recht haben sollte, sich Filme und Musik legal kopieren zu dürfen und ob Cannabis wirklich etwas in der Gemüseabteilung eines Supermarktes zu suchen hat, sollte es einem normal denkenden Menschen schon Angst machen, dass diese Partei so gar keine Ahnung von Wirtschaft, Bildungswesen oder Außenpolitik hat.
Rüge nach Hamburg…

..und zwar an die Zeitschrift “GALA”.
Wenn man sich als Hamburger Blatt schon an einen Oktoberfest-Überblick traut – was ja prinzipiell sehr löblich ist – sollte man auch genau recherchieren. Denn am 3. Oktober endet das 178. Oktoberfest – nicht das 201.!
1810 fand zwar die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen statt, aber seitdem hat die Wiesn nicht durchgehend stattgefunden. So fand beispielsweise während des Zweiten Weltkrieges und darüber hinaus (bis 1949) kein Oktoberfest statt.
Manchmal schäme ich mich für München…
Gestern Abend. 21 Uhr. Käfers Wiesnschänke.
Ich sitzend. Er stehend, direkt hinter mir.
Ich: “Du, sei doch so lieb und pass auf meine Haare etwas auf, irgendwie ziehst du da die ganze Zeit dran.”
Er: “Hey, ich bin der Neffe von Michael Käfer, ich kann den jederzeit anrufen.”
Ich: “Alles gut, lass einfach meine Haare in Ruhe.”
Stille.
Er (immer aggressiver): “Hey. Ich komm aus Grünwald. Ich kenn´ hier alle! Ausserdem bin ich Gastronom!”
Ich (dezent genervt): “Mir total wurst, wer du bist und woher du kommst – lass einfach meine Haare in Ruhe!”
Er: “Ich ruf jetzt meinen Onkel an!!!”
Ging, wild tippend ins Telefon und war nie wieder gesehen.
Im hart umkämpften Berliner Hotel-Wettbewerb…
…müssen sich die Hoteliers schon was einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Ob die “Minibar für Erwachsene” im Berliner Soho House – bestehend unter anderem aus einem Deep Throat Cup, Handschellen, einem Vibrator und Doppel-Lutscher – hierbei von Vorteil ist, wird sich noch herausstellen. Amüsant ist die Idee auf alle Fälle.
Ganz ganz ganz ganz ganz ganz großes Kino!
Zugegeben – ich bin kein Fan von deutschen Filmen. Denn scheinbar kennen deutsche Regisseure nur schwarz oder weiss. Blödsinn oder Betroffenheit. Dazwischen gibt´s nichts. Sprich: Entweder es werden Themen wie Nationalsozialismus oder RAF-Vergangenheit präsentiert, oder aber es wird der 90-Minuten lange Versuch unternommen, einen permanent lustigen Film zu machen, vorwiegend mit irgendwelchen Komikern, die im Fernsehen schon recht gut funktioniert haben.
Bis ich dann “Männerherzen 2″ von Autor und Regisseur Simon Verhoeven in der Pressevorführung gesehen habe. Und feststellen musste: Es geht doch noch. In Deutschland einen Film zu machen, der einen sowohl zum Lachen, aber auch zum Nachdenken anregt. Und der endlich mal nicht überzogen ist.
Die Fortsetzung von “Männerherzen” hat einen großen Vorteil: Sie führt ihre Protagonisten nicht vor, verrät sie nicht. Im Gegenteil. Man liebt jeden einzelnen von ihnen für seine Fehler, Mankos, Irrungen und Wirrungen, die das Leben so mit ihm treibt. Denn während Filme mit Hau-Drauf-Mentalität einen Tom Gerhardt zeigen, der sich über ein gesamtes Büffet übergeben muss und der Zuschauer sich mit diesem definitiv nicht identifizieren kann und möchte, kennt man die Männerherzen-Charaktere Niklas, Philip, Günther, Susanne oder Nina aus dem wahren Leben. Man liebt sie, versteht sie und leidet mit ihnen, statt sich für sie zu schämen. Meiner Meinung nach eine neue Art von Humor, den man lange Zeit im deutschen Kino vermisst hat, und welchen selbst amerikanische Filme nur selten liefern können, zuletzt vielleicht “Cedar Rapids” von Miguel Arteta.
Und was auch ganz untypisch ist für einen deutschen Streifen: Es ist ein Episodenfilm. Während die Amerikaner wiederum entdeckt haben, dass solche Filme, wo der Zuschauer auch mal ein bisschen mitdenken muss, äußerst angesagt sind (siehe “L.A. Crash”, “Babel” oder “Tatsächlich Liebe”), hat das in Deutschland bis dato noch niemand erfolgreich realisiert. Aber genau das macht den Film aus: Ernsthafte Themen mit Tiefgang (Wotan Wilke Möhring als cholerischer Familienvater, der im Knast sitzt) wechseln sich mit skurill-zeitgemässen Gags ab (Justus von Dohnányi als abgehalfterter Schlagersänger Bruce Berger).
Der größte Charmeur des Films ist meiner Meinung nach Christian Ulmen. Während er sich in der Realität die attraktive Collien Fernandes unter den Nagel gerissen hat, kämpft er im Film mit den Tücken der ersten sexuellen Annäherung an die neue Partnerin. Doch auch Bruce Berger hat durchaus seine sympathischen Seiten. Schließlich weiss ich jetzt, dass es Menschen gibt, die definitiv noch mehr Nasenspray vernichten als meine Wenigkeit.
Fazit des Films:
- Von Florian David Fitz wird es noch gefühlte 100 weitere Fanpages bei Facebook geben.
- Till Schweigers Sex-Tipps sollten nicht unbedingt beherzigt werden – auch wenn Christian Ulmen den Tiger vorbildlich umgesetzt hat.
- Alle 30-jährigen Frauen werden sich nach der Zwillingsgeburt von Jana Pallaske (alias Nina) überlegen, ob sie wirklich Kinder kriegen möchten.
- Eine Zoohandlung ist definitiv die bessere Flirt-Location als ein Club und:
- Ein zweiter Teil kann sogar noch besser sein als der erste.
Outsch…
George Clooney ist ja Friedensbotschafter der Vereinten Nationen, hat letztes Jahr den Bob Hope Humanitarian Award verliehen bekommen und zeigt auch sonst in seinen selbst produzierten Filmen soziales Engagement. Nur bei der Auswahl seiner Kaffee-Firma, für die er Werbung macht, hat er anscheinend kein glückliches Händchen bewiesen.
Mal schauen, ob ihn dieser Spot erreicht. Witzig ist er auf alle Fälle.
Polanskis Kammerspiel
“Carnage” ist die Verfilmung des erfolgreichen Theaterstücks “Gott des Gemetzels” von Yasmina Reza. Am Donnerstag hatte der Film Premiere auf den Filmfestspielen in Venedig. Leider erst ab Ende November in den deutschen Kinos…
Artikelsuche
Letzten Artikel
Archiv
- Juni 2012
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010

